Do epic s#!t - Komm vorbei.

Die Twitter Alternative Mastodon

Was ist eigentlich dieses 'Mastodon', von dem immer häufiger gesprochen wird?

Auf den ersten Blick ist Mastodon ein soziales Netzwerk, das von seiner Funktionsweise her Twitter ähnelt. Das Besondere daran ist jedoch, dass Mastodon nicht in der Hand eines einzelnen profitorientierten Konzerns liegt. Ähnlich wie bei E-Mail oder Jabber/XMPP besteht das Netwerk der Twitter Alternative aus vielen vernetzten Servern, die von verschiedenen Organisationen und Einzelpersonen betrieben werden. Dabei kann mit einem Account auf Server A einem Account auf Server B gefolgt werden. Dargestellt ist ein Twitter-Vogel, welcher Geld frisst zusammen mit der Überschrift

Das ganze beschränkt sich aber nicht nur auf Mastodon-Server. Es gibt auch Server, auf denen andere Software läuft, die aber mit Mastodon kompatibel ist. Andere soziale Netzwerke wie Friendica, Pleroma, Hubzilla oder das vielleicht noch bekannte identica/GNUsocial föderieren mit Mastodon. Auch die Instagram-Alternative Pixelfed ist Teil des Fediverse.

Auf den ersten Blick sieht die Oberfläche aus wie tweetdeck - und fühlt sich auch so an. Im Detail gibt es dennoch deutiche Unterschiede:
Was du siehst, wird nicht durch geheime Algorithmen bestimmt, sondern durch die chronologische Reihenfolge. Kommerzielle Werbung gibt es nicht und deine persönlichen Daten werden auch nicht verkauft.
Die Standard-Beitragslänge beträgt 500 Zeichen. Dadurch hat sich eine angenehmere Gesprächskultur entwickelt, da besser auf die Gesprächspartner eingegangen werden kann.
Außerdem gibt es "Content Warnings", mit denen eventuell aufwühlende Inhalte gekennzeichnet werden und umfangreiche Privatsphäreneinstellungen.
Jede Instanz hat ein wenig andere Regeln was unerwünschte Inhalte und thematische oder örtliche Schwerpunkte angeht. Dadurch finden sich ähnlich gesinnte Menschen leichter zusammen.

Entwickelt wird es von einem Team rund um den Jenaer Programmierer Eugen Rochko. Rochko mag, wie wir, Nazis nicht besonders gern, daher gab es schon auf dem ersten Mastodon-Server strenge Regeln was diskriminierende Beiträge anging. Diese Regeln wurden von vielen anderen Server-Betreibern übernommen, daher wurde Mastodon auch als das "Twitter ohne Nazis" bekannt. Inzwischen gibt es zwar vor allem in den USA auch sogenannte "free-speech"-Server, auf denen sich auch Neo-Nazis herumtreiben. Diese werden aber von den meisten anderen Servern blockiert. Insgesamt lässt sich sagen, dass sich auf Mastodon vor allem marginalisierte oder Alternative Gruppen tummeln. So gibt es beispielsweise seit der Anfangszeit von Mastodon einige Instanzen, die sich hauptsächlich an LGBTQI+ richten.

Ich will auch - doch auf welchem Server registriere ich mich nun?

Egal wo du dich anmeldest: Du kannst prinzipiell jedem:r folgen. Jedoch hat es Vorteile, eine Instanz nach deinen Interessen zu wählen.
Seit kurzem gibt es auch eine Instanz, die sich explizit an Dresdner:innen richtet: dresden.network
Auch Organisationen wie XR oder der Chaos Computer Club betreiben Server.
Hier ist eine Liste deutschsprachiger Server, und hier ein interaktives Auswahltool.
Hast du dich auf einer Instanz registriert, möchstest du vielleicht auch eine App installieren.

Uns findest du übrigens hier: @hopidd@chaos.social ;-)